Santiago de Compostela - Jakobsweg

Santiago de Compstela, die Hauptstadt Galiciens, ist Ziel für alle Pilger des Jakobswegs. Dort befindet sich der Legende nach das Grab des Apostels Jakobus des Älteren. Er war der erste Märtyrer aus dem Kreis der Apostel. Um 44 wurde er unter Herodes Agrippa im Heiligen Land hingerichtet. Zuvor war er als Missionar in der römischen Provinz Hispania, dem heutigen Spanien, unterwegs. Sein Leichnam wurde von seinen Jünger Athanasius und Theodorus in sein Missionsgebiet Spanien gebracht und in einem Steingrab bei Padrón beigesetzt. Als die Araber das Land eroberten, vergrub man die Reliquien im Gebiet der heutigen Stadt Santiago de Compostela. Nachdem im 9. Jahrhundert die Gebeine des Apostels gefunden wurden, ließ König Alfonso II. über dem Grab eine Kirche errichten. Innerhalb kurzer Zeit entwickelte sich Santiago de Compostela daraufhin neben Jerusalem und Rom zu einem der wichtigsten Wallfahrtsorte der Christenheit. In Spanien selbst avancierte Jakobus zum Nationalheiligen.

Der Pilgerweg nach Santiago zum Grab des heiligen Jakobus wird als Jakobsweg (span. Camino de Santiago) bezeichnet. In erster Linie ist darunter die hochmittelalterliche Hauptverkehrsachse Nordspaniens zu verstehen, die in den Pyrenäen beginnt und auf dem Weg nach Santiago de Compostela die Königsstädte Jaca, Pamplona, Estella, Burgos und León miteinander verbindet. Neben diesem „Hauptweg“ gibt es quer durch Europa ein System ausgeschilderter weiterer Wege, die sogenannten „Wege der Jakobspilger“, alle mit dem Ziel Santiago de Compostela. Sie orientieren sich in der Regel an den historisch nachweisbaren Routen der mittelalterlichen Jakobspilger.

Symbol und gleichzeitig auch Erkennungszeichen aller Jakobswegpilger ist die Muschel. Sie ist seit dem 11. Jahrhundert als Pilgerzeichen belegt. Als Pilgerzeichen am Hutband des Hutes oder am Gürtel getragen, ist sie geschichtlich mit der Wallfahrt nach Santiago de Compostela verbunden, um damit an den Besuch des Grabs des heiligen Jakobus zu erinnern. Die Muscheln wurden von der Atlantikküste nach Santiago gebracht, üblicherweise mit zwei Löchern versehen und auf dem Markt nördlich der Kathedralentür an die Pilger verkauft.